Heierling

 

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PRODUKT

 

GESCHICHTE

Während der Olympischen Spiele in St. Moritz (1948) hatte sogar die französische Mannschaft (unter Emile Allais) spezielle hartlötverstärkte Heierlings. Viele Rennfahrer vertrauten der Marke: Unter anderem halfen sie den USA und dem Schweizer Team, 1964 sechs Medaillen bei den Olympischen Spielen im Squaw Valley und vier bei den Innsbruck Games zu gewinnen. In den 80er Jahren verkaufte Heierling bis zu 260'000 Paar Ski Aufforderung an die Salomon Company, das Unternehmen zu kaufen. Das traditionelle Geschäft blieb jedoch bestehen und spezialisierte sich auf maßgeschneiderte Skischuhe. Mit dem Geld, das Rhoe mit den Hawk-Schuhen für Atomic verdient hat, haben sie die Marke von Salomon zurückgekauft. Der Sohn HansMartin Heierling brachte den Kunststoff Templast auf den Markt, der die Eigenschaften der Schuhe von -20 bis +15 Grad beibehält. Ihr raffiniertestes und teuerstes Modell ist derzeit der Heierling H1, ein Design für den Rennsport. Das Unternehmen ist immer noch ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Davos.

ZEITLISTE

1883

Franz Heierling eröffnet in Davos-Dorf eine Schuhmacherei mit Schuhgeschäft. Der aufblühende Fremdenort, in welchem damals hauptsächlich Tuberkulose-Kranke Genesung suchten, entwickelt sich vom kleinen Bergdorf zu einem weltbekannten Kurort. Franz Heierling beschäftigt zu dieser Zeit zwei bis drei Mitarbeiter und befasst sich hauptsächlich mit Schuhreparaturarbeiten und der Anfertigung von Massschuhen jeglicher Art.

 

1885

Die ersten Ski werden von Norwegen nach Davos gebracht. Einige junge Davoser versuchten sich unter norwegischer Anleitung erstmals im alpinen Skilauf. Franz Heierling stellt die ersten Skischuhe nach Muster der norwegischen Lauperschuhe her.

1910 – 1920

Der Skiort nimmt langsam an Umfang zu. In Davos entsteht der erste Skiclub. Hans Heierling I (1891) tritt in die Schuhmacherei ein und fertigt erstmals Skischuhe in zwiegenähter Ausführung an. Ebenfalls werden von Heierling bereits hochschaftige Spezialschuhe für den Skisprung angefertigt. Sämtliche Skischuhmodelle werden einzeln von Hand hergestellt. Die Schuhfabrikanten zu dieser Zeit beschäftigen sich noch nicht mit der Produktion von Skischuhen. Heierling beschäftigt drei bis vier Mitarbeiter.

 

1925 – 1930

Die ersten Bergbahnen entstehen im Alpengebiet. Die Parsennbahn wird zu einem Begriff bei Skifahrern aus aller Welt. Neue Skibindungen wie Huitfield und Alpina erfordern neue Skischuhmodelle, vor allem solche mit stärkeren Sohlen. Die ersten Gummisohlen werden als Gleitschutz auf Skischuhe montiert.

 

1934 – 1939

Die Firma Heierling spezialisierte auf massangefertigte Skischuhe. Nach Einführung der Vorlage- und Rotationstechnik werden die Modelle mit langer Schnürung und hohen Absätzen versehen, um einerseits die Ristpartie besser zu fixieren und anderseits eine bessere Vorlagestellung zu erhalten. Die Schäfte werden bis auf eine Minimumhöhe von etwa 12 Zentimeter heruntergebracht. International bekannte Skirennfahrer wie Walter Prager, Martin Fopp und Jack Ettinger fahren bereits mit Heierling Mass-Rennschuhen.

 

1941

Hans Heierling II (*1925) tritt als Lehrling in die Firma ein. Trotz der Kriegsjahre 1939 bis 1945 wird die Herstellung von Skischuhen fortgesetzt und durch Ristriemen sowie Ristschnürung nochmals weiter verbessert. Zu dieser Zeit sind drei bis vier Mitarbeiter beschäftigt.

 

1948

Während der ersten Nachkriegs-Olympiade in St. Moritz kommen immer mehr Rennfahrer zu Heierling, um die inzwischen bekannt gewordenen Skischuhe in Rennausführung anfertigen zu lassen. Insbesondere Emil Alias, der Weltmeister von 1938, lässt für sich und seine Mannschaft harte Schaftverstärkungen aus Messing einbauen und doppelschäftige, das heisst zweimalgeschnürte Modelle anfertigen. Der Erfolg ist gross, da die bisherigen Modelle nur Halt im Knöchelbereich boten. Die Kantenführung wird enorm verbessert und schnell setzen sich diese steifen Skischuhe bei den Rennfahrern durch. Zu dieser Zeit werden vier bis fünf Mitarbeiter beschäftigt.

 

1953

Hans Heierling II übernimmt nach Abschluss der Meisterprüfung den Betrieb von seinem Vater und konzentriert sich hauptsächlich auf die Entwicklung neuer Skischuhmodelle. Entwickelt vom Erfinder Hans Martin aus Zürich, werden erste Versuchsmodelle mit Schnallen gebaut.

 

1956

Ein neues Verkaufsgeschäft mit Büro wird im Anbau der Liegenschaft Alpenluft in DavosDorf bezogen. Die Werkstatträume befinden sich in dessen Stallgebäude.

 

1960

Praktisch die gesamte Schweizer Nationalmannschaft sowie die Nationalmannschaft der USA fahren auf Heierling-Rennskischuhen. An den Olympischen Spielen in Squaw Valley werden auf Heierling-Schuhen drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille sowie zwei vierte Plätze herausgefahren. Der Durchbruch mit Heierling-Schuhen ist definitiv geschafft. Es werden bereits zehn Mitarbeiter beschäftigt.

 

1961 – 1962

Auf dem Grundstück der heutigen Liegenschaft Heierling an der Flüelastrasse 4 wird ein neues Wohn- und Werkgebäude errichtet.

 

1964

Der Schnallenschuh wird ein grosser Erfolg. An der Olympiade in Innsbruck fahren bereits 95 Prozent der Rennfahrer mit Schnallenskischuhen. Zwei Gold- und zwei Silbermedaillen werden auf Heierling-Schuhen gewonnen. Die Serienproduktion wird nun in kleinem Rahmen aufgenommen. Von Hand werden pro Jahr 2500 bis 3000 Paar Schuhe hergestellt. Der Export wird durch den bekannten US-Skistar Bud Werner organisiert. Bei Heierling sind nun 18 Mitarbeiter beschäftigt.

 

1965

Erstmals wird eine zweite Linie von Heierling-Skischuhen in Grossserie hergestellt. Die Nachfrage nach preisgünstigeren Skischuhen zieht die Fabrikation von Mittelpreisprodukten nach sich, welche neben den teuren, handgearbeiteten Rennschuhen produziert werden. Der Erfolg ist riesig, die Produktionszahl liegt bereits bei 6000 Paar.

 

1966 – 1968

Die Serienproduktion wird ausgebaut. Neue Exportmärkte wie Canada, Japan und England kommen zu den bisherigen Hauptabsatzgebieten USA und Schweiz dazu. Erste Versuche mit gespritzten Plastiksohlen und Schäften werden gestartet. Die Produktion liegt bei ungefähr 15’000 Paar.

 

1968

Das Werkgebäude wird nochmals umgebaut und vergrössert. Der Personalbestand liegt bei 26 Personen.

 

1972

Die ersten Schritte vom Leder zum Plastik sind vollzogen. Neben Skischuhen aus plastifiziertem Leder und aufgespritzter Sohle werden die ersten Vollkunststoff-Skischuhe des Modells Hot Shot von Heierling auf den Markt gebracht. Dieser Ski Schuh ist der erste Custom Made Ski mit geschäumtem Innenschuh. Einmal mehr hat Heierling eine bahnbrechende Innovation auf den Markt gebracht. Die Lederschuhmacherei sowie das Verkaufsgeschäft der Firma Heierling AG werden aufgegeben.

 

1974

Der Trend zum Kunstoff hält unvermindert an. Der neue Drehverschluss findet sehr grosse Akzeptanz bei den Verbrauchern und zeigt eine neue Richtung im Skischuh-Bau an. Neu wird die Produktion von Bergschuhen aufgebaut.

 

1975 – 1976

In Zusammenarbeit mit der Firma Weinmann wird die Snowbird Linie entwickelt und in Singen (D) produziert. Unter dem Markennamen Heierling (System Weinmann) wird diese Linie weltweit mit grossem Erfolg lanciert. Die Fabrikation in Davos wird aufgegeben und vollumfänglich nach Jugoslawien, Italien und Singen verlegt.

 

1978 – 1980

45 000 Paar Skischuhe sowie 12 000 Paar Bergschuhe werden jährlich hergestellt. Ein neues Lagerhaus mit Logistik wird aufgebaut. Die Langlaufschuh-Linie wird eingeführt.

 

1982

Weinmann stellt nun die Drehverschluss-Modelle unter dem eigenen Namen her. Heierling übernimmt die Generalvertretung für die Schweiz und Liechtenstein. Seit einem Jahr ist Hans-Martin Heierling (1964 geb.) in die Ausbildung zum OrthopädieSchuhmacher eingetreten. Somit ist die vierte Generation des Familienbetriebes gesichert.

 

1983

Thomas Heierling eröffnet in den ehemaligen Räumlichkeiten der Heierling AG eine neue Firma unter dem Namen „Sportschuh-Fitting-Center“. Das ursprüngliche Kerngeschäft der Firma Heierling, die Herstellung von Massskischuhen, wird reaktiviert. Erneut werden geschäumte Innenschuhe verwendet. Die Produktionszahlen der Heierling AG erreichen ihren Höhepunkt mit 90 000 Paar Skischuhen, 160 000 Paar Langlaufschuhen und etwa 15 000 Paar Wander- und Freizeitschuhen.

 

1984 – 1987

Hans-Martin Heierling, der inzwischen seine Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen hat, tritt in die Firma Sportschuh-Fitting-Center ein. Eine Kollektiv-Gesellschaft der Gebrüder Thomas und Hans-Martin Heierling wird gegründet. Der Zuwachs an Individualkunden im Fitting Center ist sehr gross. Immer mehr Rennfahrer nehmen das immense Know-how der Firma Heierling in Anspruch und lassen ihre Schuhe im Sportschuh-Fitting-Center anpassen.

Neue, leichte und kältebeständige Plastikmaterialien werden in der Skischuhproduktion verwendet. Heckeinstieg-Modelle werden in den Markt eingeführt. Der Verkauf der Weinmann Drehverschluss-Modelle ist aus verschiedenen Gründen stark rückläufig. Grosse Veränderungen im Wintersportmarkt führten dazu, dass die Heierling AG immer härterer Konkurrenz ausgesetzt ist und der Verkauf von Serienprodukten zunehmend in Schwierigkeiten gerät.

 

1994 – 1997

Die Heierling AG wird von Salomon übernommen. Die vorerst letzten unter dem Markennamen Heierling hergestellten Modelle werden 1997 in Montebelluna (IT) hergestellt. Danach wird die Produktion unter dem Markennamen Heierling eingestellt.

 

2000 – 2004

Das Heierling Fitting-Center der Gebrüder Heierling entwickelt sich immer mehr zu einem Geheimtipp und erfreut sich einer stetig wachsenden Kundschaft. Es wird das Heierling Salomon Racing Center aufgebaut. Mit Stolz wird wieder an die goldenen Zeiten von damals angeknüpft. Weltcup-Athleten aus verschiedenen Nationen fahren auf Schuhen, welche im Fitting-Center angepasst wurden, aufs Podest. Heierling stellt Innenschuhe, Fussbettrohlinge und diverse Fitting-Tools selbst her.

 

2003

Der erste Lizenzvertrag mit der Firma Alpina im Bereich Kinderschuhe wird abgeschlossen. Unter dem Namen Be3 Flexxi wird der Kinderskischuh mit der Technologie I-Flex 2003/4 in den Markt eingeführt. Heierling findet den Weg zurück in die Industrie.

2005 – 2010

Heierling schliesst einen Lizenzvertrag mit der Firma Atomic ab und entwickelt zusammen mit Atomic den Hawx mit I-Flex Technology by Heierling.

2013

Hans-Martin Heierling entwickelt und lanciert den in der Schweiz gefertigten HEIERLING H1 Skischuh. Neue Technologien wie das temperaturbeständige Material Templast einschließlich eines stoßdämpfenden Keils aus Schweizer Esche werden eingeführt.

2014 – 2015

Der HEIERLING H1 Skischuh wird von führenden Einzelhandelsgeschäften in der Schweiz, Österreich, Frankreich und den USA eingeführt. Heierling setzt seine 130-jährige Tradition der hervorragenden Schuhherstellung fort. Heierling ist nach wie vor ein Familienunternehmen in der vierten Generation in Davos / Schweiz.