Authier

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GESCHICHTE

 

Der erste Rennerfolg von Authier war die prestigeträchtige Arlberg-Kandahar-Abfahrt 1935. Mit dem Modell "FIS-Super" gewann der Schweizer Meister Willy Steuri.

 

Während des Krieges änderte Authier das Logo in ein patriotisches und schweizerisches Qualitätssymbol: die Armbrust mit oben drauf, Authier und unten die Waffenschränke von Bière. 1948 lancierte Authier das Modell "Vampire" (benannt nach dem ersten Düsenflugzeug der Schweizer Armee, hergestellt von De Havilland, GB). Alfred Ueberschlag, Produktionsleiter, hatte die Idee, lose Edelstahllaminate von 1 mm Dicke, 60 cm Länge und 2 cm Breite an der Vorderseite des Skis und 40 cm x 2 cm an der Rückseite einzusetzen, wobei in der Mitte offene Teile verbleiben.

 

Der Vampire war großartig in Rennen und im kommerziellen Bereich. Da der Ski bereits während der Olympiade von St. Moritz (1948) gut platziert war, wählten die Offiziellen des Schweizer Teams den "Vampire" für die Weltmeisterschaft von Aspen (1950). Damit gewann Georges Schneider Slalom-Gold, später Silber in Banff, dann wieder Gold beim Harriman'sCup im Sun Valley. Madeleine Berthod gewann bei den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo (1956) eine Goldmedaille in der Abfahrt und in der Kombination. Nach der 5. Medaille wurden alle auf dem Dach des "Vampire" abgebildet. "Das goldene Vampire Buch" mit allen Ergebnissen, die mit diesem Ski erzielt wurden. Mit rund 100 Schweizer Franken (was rund 100 Stunden eines Arbeitergehalts entspricht) verkauften sich die Skier dreimal weniger als ein Head "Standard", obwohl es ein viel besserer Ski war - ausser im Tiefschnee.

 

1960 brannte die von den Dorfbewohnern so genannte "Heugabelfabrik" nieder, jedoch im selben Jahr baute Authier eine neue Fabrik mit modernster Technologie für Metall-, Kunststoffund Holzski, die grösste der Schweiz. Authier führte 1962 die Anti-Break-Garantie ein und begann auch Wasserski für Britt sowie Ski-Bobs zu produzieren. Auch ihr "Lilliput", ein vollhölzerner, preiswerter Kurzski, war nicht erfolgreich - er kam 10 Jahre zu früh!

 

1968 war Authier mit 46 000 verkauften Paaren (70% Metall, 20% Fiberglas, 10% Holz) die Nummer eins in der Schweiz, bevor sie das Geschäft im Jahr 1969 an die Olin Corporation verkaufte, ein US-Unternehmen im Rüstungsbereich, das sich diversifizieren wollte. Nach zwei schlechten Saisons entschied sich Olin Ende 1972, an Rossignol & Haldemann zu verkaufen. Der ehemalige Weltmarktführer investierte in Europas modernste Skifabrik mit einer Kapazität von 65 000 Paar pro Schicht. Rennskier wurden von Rossignol hergestellt, solche für Geschwindigkeitsweltrekorde von Authier. Mit einem "Authier-Compétition" erzielte Pino Meyer, ein italienischer Rennfahrer, 1975 über 194 km/h; zwei Jahre später brachen sie den Rekord mit fast 196 km/h - mit 2,5 Meter langen Skiern.

 

Rossignol, das mit Lange und Killy zusammenarbeitete, schloss eine Vereinbarung über die Herstellung von Lange-Skiern im Authier Werk. Dennoch kündigte Rossignol & Haldemann die Schließung der Fabrik im Jahr 1988 an und verlagerte die Produktion nach Frankreich und Spanien.

 

Authier wurde danach von Pierre-Alain Blum von Ebel Holding Finance (Inhaber von Ebel Uhren, Filmproduktionen, Medien und Golfturnieren) unter Beteiligung von MBD (Marc Biver Development - Sportsponsoring) gekauft. Sie diversifizierten in den Bereichen Mountainbike, Snowboard, Sportbekleidung und investierten viel in Vertrieb, Marketing und Forschung. Im Hinblick auf die kommenden 80 Jahre Authier wurde eine moderne Nachbildung des "Vampire" auf den Markt gebracht - mit einem Logo mit 5 Medaillen.

 

Die Marke Authier gehört derzeit zur AEFFE, einer führenden italienischen Multi-Marken-Mode und Luxusgruppe (siehe www.Aeffe.com für einen Lebenslauf mit einigen Bildern von Authier). Sie kauften es 2006 von der Mazzotto-Gruppe, einem weiteren italienischen Modeunternehmen, welches es 2002 von Arabian gekauft hatte.